Motiv LabelMobile Fachartikel

Wie entsteht gute Benutzbarkeit?

Gute Benutzbarkeit entsteht nicht von alleine. Vielmehr müssen die Hersteller ihre Software gezielt auf Benutzbarkeit hin untersuchen und kontinuierlich verbessern. Das geht am besten mit einer Mischung aus Beratung durch Personen mit Expertise in Sachen Software-Ergonomie und systematischer Beobachtung von Nutzerinnen und Nutzern bei der Arbeit mit der Software. Für die Hersteller bedeutet das einen gewissen zusätzlichen Aufwand. Aber der ist geringer als oft befürchtet wird. So zeigen wissenschaftliche Studien, dass man schon mit zehn Nutzerinnen und Nutzern 95% der Software-Fehler findet, die einer guten Benutzbarkeit entgegenstehen.

In der Software „Label Mobile“, mit der Monteure ihre Aufträge erhalten und vor Ort beim Kunden ihre Arbeit dokumentieren, wurde das exemplarisch umgesetzt. Der Optimierungsprozess gestaltet sich dabei wie folgt: Zunächst bespricht ein Team aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Label Software und Psychologinnen und Psychologen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf den aktuellen Stand von „Label Mobile“ und erarbeitet Verbesserungen. Diese werden dann in dem Softwarehaus umgesetzt. Anschließend finden Tests mit Nutzerinnen und Nutzern an der Heinrich-Heine-Universität statt. Die Ergebnisse dieser Tests werden verwendet, um weitere Optimierungen für die nächste Version von „Label Mobile“ zu erarbeiten. Diese Verbesserungen und weitere Neuerungen, die sich in der Zwischenzeit ergeben haben, werden wieder in Tests mit Nutzerinnen und Nutzern geprüft… und so weiter. Auf diese Weise wird die Benutzbarkeit der Software kontinuierlich verbessert. Angesichts dieses relativ geringen Aufwands für die Hersteller ist es erschreckend, dass die Benutzbarkeit von SHK-Software bisher vielfach höchstens als „akzeptabel“ eingestuft wird, wie sich bei einer Online-Befragung mit 161 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des SHKHandwerks im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts DigiWerk gezeigt hat. Doch wie finden Unternehmer unter all den Angeboten die passende Software?

Wie die bestmöglich benutzbare Software finden?

Das allerwichtigste Merkmal einer Software ist, dass die Bedürfnisse des Betriebes erfüllt werden. Dabei kann es durchaus Bereiche geben, an die noch niemand im Betrieb gedacht hat, die aber dem Betrieb große Verbesserungen bescheren. Wichtig ist also nicht nur, was aktuell gewünscht wird, sondern auch, was in Zukunft benötigt werden könnte. Eine Empfehlung lautet deshalb, sich die Software vorführen zu lassen. Denn dabei können neue, für den Betrieb sinnvolle Funktionen identifiziert werden, die vorher nicht bedacht wurden.

Optimaler Weise sollten drei oder vier Software-Produkte verglichen und die jeweiligen Vor- und Nachteile für die spätere Entscheidung dokumentiert werden. Dabei sollte auf einfache Bedienbarkeit geachtet werden. Eine komplexe Alleskönner-Software, deren Nutzung an der fehlenden Bedienbarkeit scheitert, nutzt dem Betrieb wenig. Eine einfach zu bedienende Software, die die jeweiligen Bedarfe nicht erfüllt, nutzt aber auch nichts. Eine gute Software bietet beides: Sie hat den passenden Funktionsumfang und ein hohes Maß an Benutzbarkeit.

Bei der Beurteilung der Benutzbarkeit von Software-Produkten helfen sogenannte Benutzbarkeits-Fragebogen. Einen empfehlenswerten Benutzbarkeits-Fragebogen findet sich auf der Webseite www.HandwerkWirdDigital.de. Wird dieser Fragebogen direkt nach einer Software-Vorstellung ausgefüllt, erhält der Unternehmer einen guten Maßstab, um die Benutzbarkeit der Software zu beurteilen.

Der gesamte Fachartikel ist im August 2021 in der Printausgabe sowie Online bei der IKZ erschienen.

Dieser Fachartikel erscheint im Rahmen des Verbundprojektes "DigiWerk" (www.digiwerk-projekt.de). Mit Partnern aus Forschung und Wirtschaft entwickelte es ein Handlungskonzept für die Digitalisierung im Handwerk und erprobte das System in der Praxis. Wir von Label Software waren ebenfalls Teil des Projektes. Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms „Zukunft der Arbeit“ (Förderkennzeichen 02L16D020 bis 02L16D023) sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei der Autor/in.

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