Gerald Bax eröffnet die Ausgabe 9/2015 des HeizungsJournals mit dem Editorial:
Er spricht über das Heizungslabel und den Bundesverband Bausoftware.
Immer mal wieder passen die Inhalte von Gesetzen und die Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis nicht zusammen. Auch, dass Gesetze oft sehr kurzfristig gelten sollen, macht das Leben nicht einfacher. In beide Kategorien fällt das Heizungslabel. Die Fakten sind bekannt: ab dem 26. September 2015 muss bereits beim Angebot das Heizungslabel dabei sein. Was bei Komplettanlagen vom Hersteller kein so großes Problem ist, gestaltet sich bei der freien Zusammenstellung schwierig. Allerdings ist gerade die freie, von den Herstellern unabhängige Zusammenstellung der passenden Komponenten ein Qualitätsmerkmal unserer Handwerker. Das unterscheidet sie von den in vielen Ländern vorzufi ndenden „Schraubern“.
Zu Deutschland gehört auch, dass wir in vielen „Vereinen“ organisiert sind. Wir Softwarehersteller haben uns im BVBS Bundesverband Bausoftware e.V. organisiert. Unabhängig von Konkurrenzgedanken gibt es eine Menge Dinge, die nur gemeinsam anzugehen sind. Mit dem BVBS wollen wir Planungs- und Bauprozesse optimieren. Dazu gehört die Schaffung und Weiterentwicklung von Datenstandards. Vor einigen Jahren haben der BVBS und der Deutsche Großhandelsverband Haustechnik e.V. (DG Haustechnik) die IDS-Schnittstelle geschaffen. Damit werden zwischen der Handwerkersoftware und den Lieferanten-Webshops die Artikel ausgetauscht. Diese Schnittstelle ist der Beweis, dass sich Zusammenarbeit lohnt.
Beim Thema Heizungslabel wurde schnell klar, dass die IDS-Schnittstelle mit einigen Anpassungen am besten zum Austausch zwischen dem Portal www.heizungslabel.de und der Handwerkersoftware geeignet ist. Das Portal erlaubt auf der Internetseite die manuelle Zusammenstellung der Komponenten für das Heizungslabel. Mit der angepassten IDS-Schnittstelle konnten die Abläufe weitgehend automatisiert werden. Die Anwender können nun wie bisher das Angebot schreiben und übergeben die Daten mit wenigen Schritten an das Portal. Das Heizungslabel kommt als PDF vom Portal zurück in die Software und kann dort mit wenig Aufwand verwaltet und dem Angebot beigelegt werden. Die konkrete Verarbeitung ist natürlich von der jeweiligen Software abhängig, aber die wesentlichen Schritte konnten normiert und für die Anwender optimiert werden.
Die Abstimmungen haben einigen Aufwand gefordert und auch die Umsetzung in der Software hat viel Zeit gekostet. Für mich zeigt dies aber, dass eine vernünftige Zusammenarbeit Vorteile für alle Beteiligten bringen kann. Zurück aber bleibt die Frage, warum wir bei einem europäischen Gesetz wieder vorpreschen, während das Thema von den meisten Ländern ignoriert wird.
Das Editorial ist im März 2017 in der Printausgabe des Heizungsjournals erschienen.
