Wie wäre es, beim Großhandel Materialien abzuholen und dafür nur einen QR-Code vorzeigen zu müssen? Im Anschluss erhält man automatisch eine Rechnung, die korrekt mit der passenden Kommissionsnummer und der richtigen Baustellenbezeichnung versehen ist. Schluss mit vagen Angaben wie „Kommission Müller“ und der Frage, welchem Kundenauftrag die Lieferung zugeordnet werden soll. Und das Beste: In der Handwerkersoftware wird die Abholung automatisch dem richtigen Kundenauftrag oder Projekt zugeordnet, sodass man immer den Überblick behält. Klingt nach einer Zukunftsvision? Nein, das gibt es schon heute – mit dem „Abhol-Ident“. Ende 2023 implementierte das Softwarehaus Label Software die neue Schnittstelle zwischen Großhandel und Handwerkersoftware. Der Fachgroßhändler EUGEN KÖNIG ist gemeinsam mit der HBG, einem Zusammenschluss bedeutender, inhabergeführter SHK-Fachgroßhändler in Deutschland, einer der ersten aktiven Nutzer.
Mit der Schnittstelle wird sowohl die Abholung von Ware als auch die Zuordnung von Lieferungen und Rechnungen zu Projekten vereinfacht. Bei der Abholung beim Großhändler kann der Handwerker nun einfach einen QR-Code auf seinem Handy vorzeigen. In dem maschinenlesbaren Code sind alle wichtigen Informationen zur Bestellung enthalten – u.a. der Name des abholenden Mitarbeiters, die Kundennummer beim Lieferanten und die richtige Kommissionsnummer. Der Code wird bei der Abholung gescannt und alle Informationen in den Thekenrechner übernommen, so dass Fehler bei der Übertragung von z.B. Kommissionsnummern der Vergangenheit angehören. Darüberhinaus ist auch die Abholung von bereits vorbestellter Ware möglich. Diese kann vom Fachhandwerker und ggf. dessen Endkunden dank eines vorab zugestellten QR-Codes abgeholt werden, welcher eine Gültigkeit von über zwei Stunden hat.
Einer der ersten Großhändler, der den Abhol-Ident schon aktiv im Abholgeschäft integriert hat, ist die Unternehmensgruppe EUGEN KÖNIG. Das Unternehmen feiert dieses Jahr sein 90-jähriges Jubiläum und steht seitdem für Tradition, Innovation und Digitalisierung. „Wir wollen gemeinsam mit unseren Kunden, Lieferanten und Mitarbeitenden die Zukunft der Haustechnik gestalten und nachhaltige Lösungen schaffen,“ sagen Denise König-Immes, Assistentin der Geschäftsleitung und Timo Dott, Projektmanager.
Um diesem Versprechen nachzukommen, hat die Unternehmensgruppe die Schnittstelle Abhol-Ident flächendeckend in ihren Abholmärkten eingeführt. Die sieben Hauptstandorte sind bereits mit QR-Code-Scannern ausgestattet, zudem kann jeder der fast 40 Standorte den Abhol-Ident über einen zusätzlichen, menschenlesbaren Klartext verarbeiten.
Für Timo Dott liegen die Vorteile klar auf der Hand: „Unser Ziel ist es, den gesamten Prozess der Warenabholung für Fachhandwerker schneller, transparenter und kundenfreundlicher zu gestalten. Durch den Abhol-Ident wird der ganze Prozess für den Großhandel und seine Kunden einfacher, weil die Problematik potenzieller Verwechslungen nicht mehr besteht. Die Daten sind eindeutig hinterlegt und es ist nachvollziehbar, ob und wer die Ware abgeholt hat. Das bietet uns als Großhandel Schutz, weil wir damit ein sauberes und vernünftiges Abholgeschäft anbieten können. Unsere Kunden profitieren ebenso, weil sie ihre abgeholte Ware fehlerfrei und ohne zusätzlichen Aufwand den jeweiligen Projekten und Baustellen zuweisen können.“
Gab es Bedenken bei dieser neuen Technik? Für Denise König-Immes nicht: „Grundsätzlich überzeugt der Abhol-Ident von allein, da dieser einfach und effizient anwendbar ist. Zudem sind die Vorteile, wie ein genormter Informationsaustausch, die direkte Zuordnung von Lieferungen und Rechnungen zu einzelnen Projekten und die Zeitersparnis im laufenden Abholgeschäft, sofort spürbar.“ Timo Dott ergänzt: „Durch das unkomplizierte Handling war die Einführung bei uns absolut unproblematisch und die Akzeptanz unserer Fachhandwerker ist auch sehr hoch. Vor allem Großkunden kommen proaktiv auf uns zu und fragen nach dieser Schnittstelle. Dies hängt bestimmt auch mit unserer dazugehörigen Marketingkampagne zusammen. Wir legen viel Wert darauf, unsere Dienstleistungen in unserem Kundenportal und unseren Abholmärkten vor Ort zu bewerben und damit auf technische Neuerungen aufmerksam zu machen.“
Die Unternehmensgruppe EUGEN KÖNIG strebt kontinuierlich danach die wachsenden Anforderungen an die Digitalisierung erfolgreich, nachhaltig und zukunftsorientiert zu begleiten. Timo Dott ist überzeugt von der Technologie und ist sich sicher, dass sie sich auf lange Sicht durchsetzen wird. „Wir sehen großes Potenzial für den Abhol-Ident und im Idealfall wird er zukünftig im Abholmarkt ausschließlich verwendet. Die Digitalisierung im Großhandel wird generell noch mehr an Bedeutung gewinnen, da digitale Lösungen zur Vereinfachung und Effizienzsteigerung beitragen. Dank der von Label Software implementierten Schnittstelle zwischen Großhandel und Handwerkersoftware erleben unsere Fachhandwerker bereits heute die Vorteile dieser zukunftsweisenden Technologie.“
Der gesamte Anwenderbericht ist im Dezember 2024 in der Printausgabe der RAS International erschienen.

